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Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) Schönefeld 2030/35

 

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Waßmannsdorf

Nach der Bürgerversammlung im Herbst ist die Gemeinde Schönefeld mit dem Planungsbüro SÖR – Stadt I Ökonomie I Recht -  in die nächste Runde der Bürgerbeteiligung gestartet. In Waßmannsdorf fand am 23. April 2021 eine Videokonferenz mit den Bewohnern des Ortsteils statt.

Dazu hatte das Büro SÖR einen Entwurf für eine gemeindeweite Analyse erarbeitet und Porträts für die Ortsteile entworfen. Stichpunktartig wurden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken erfasst als auch erste Handlungsfelder abgeleitet - Link zur Einladung.


 

Ergebnisse der Videokonferenz vom 23. April 2021 

Als viertgrößtem Ortsteil der Gemeinde oblag den Waßmannsdorfern nahezu folgerichtig das vierte Ortsteilgespräch. Nachdem die Anmeldungen zu der virtuellen INSEK-Veranstaltung zunächst eher zögerlich eingegangen waren, erzielte Waßmannsdorf mit rund 30 Teilnehmer*innen am Ende aber doch noch eine sehr gute Beteiligungsquote. Bürgermeister Christian Hentschel zeigte sich zudem angetan von der Intensität der Veranstaltung, an der sich die Waßmannsdorfer mit „sehr viel Herz und Engagement“ beteiligt hatten.

Was wurde diskutiert?

Entgegen dem allgemeinen Trend in anderen Ortsteilen der Gemeinde gehört Waßmannsdorf zu den Landstrichen mit sinkender Einwohnerzahl. Während im Jahr 2014 noch 847 Menschen in Waßmannsdorf wohnten, zählte der Ortsteil im vergangenen Jahr nur noch 788 Bewohner*innen. Ein Überalterungsproblem hat Waßmannsdorf jedoch nicht. Ganz im Gegenteil ist der Anteil der 18- bis 67-Jährigen in dem Ortsteil derzeit höher als in der übrigen Gemeinde, der Anteil noch älterer Bewohner*innen indes vergleichsweise gering. Allerdings: Der Trend des Einwohnerrückganges könnte auch in Zukunft anhalten. In dem nahe des Flughafens gelegenen Ortsteil ist aufgrund von Siedlungsbeschränkungen die Ausweisung von Wohnbauland nahezu ausgeschlossen.

Demgegenüber besitzt Waßmannsdorf jedoch ein erhebliches Gewerbeentwicklungspotenzial, das ähnlich wie in Waltersdorf von den Bewohner*innen aber eher kritisch gesehen wird. Neben der zunehmenden Flächenversiegelung, die sich auf die Umwelt auswirke, befürchten die Waßmannsdorfer mit der Entwicklung der Gewerbegebiete vor allem eine deutliche Zunahme des Schwerlast-, aber auch Pendlerverkehrs. Zwar seien die Waßmannsdorfer auch Nutznießer der guten Infrastruktur, wie etwa dem S-Bahn-Haltepunkt. Künftig, so glaubt Ortsvorsteher Michael Smolinski, würden die Waßmannsdorfer aber gerade auch unter diesem Umstand leiden. Der Verkehr in der Luft sei geregelt, sagte er. Auf den Verkehr am Boden treffe dies aber nicht zu. Spätestens, wenn der Flughafen unter Vollbetrieb läuft, brauche es Maßnahmen, die den Verkehr aus dem Ort heraushalten. Zudem müssten nicht alle Gewerbeflächen genutzt werden, hieß es seitens der Teilnehmer.

Michael Steinke vom Büro SÖR verwies indes auf die positiven Aspekte der Gewerbeansiedlung. So könnte eine steigende Zahl von Arbeitskräften im Ort die Ansiedlung von Nahversorgungseinrichtungen nach sich ziehen, von denen dann wiederum auch die Waßmannsdorfer profitierten. Keine Gewerbeentwicklung in der Gemeinde bedeute Stillstand, betonte er. Ziel sei es nach Ansicht des mit dem INSEK beauftragten Büros daher, das gewerbliche Potenzial behutsam und wohnverträglich weiterzuentwickeln und zudem den historischen Ortskern zu qualifizieren und als Ort der Begegnung zu etablieren. Aufgrund der guten Lage und Erreichbarkeit eigne sich Waßmannsdorf auch als kulturelles Zentrum der Gemeinde.

Wie sehen die Waßmannsdorfer ihren Ort?

Im Rahmen einer sich der Analyse und Diskussion anschließenden Umfrage charakterisierten die Waßmannsdorfer ihren Ort mit Schlagwörtern. Am häufigsten wurden dabei Begriffe mit Bezug zum „Dorf“ genannt. Der dörfliche Charakter und das ländliche Ortsbild sind für die Bewohner*innen offenbar genauso prägend und wichtig wie die Dorfgemeinschaft und das Dorfleben. Als ein Nachteil wurde hierbei die mangelnde Nahversorgung genannt. Als ebenso charakteristisch sehen die Waßmannsdorfer offenbar auch das Gewerbe an, das jedoch ortstypisch entwickelt werden sollte. Der Ortsteil sieht sich hier als Kleinunternehmerregion.

Welche Prioritäten setzen die Waßmannsdorfer?

In einer weiteren Umfrage bestimmten die Waßmannsdorfer die aus ihrer Sicht prioritären Handlungsfelder. Hier konnten maximal drei genannt werden. Entsprechend der vorangegangenen Diskussion entschied sich die Mehrheit der Teilnehmer für den Bereich Umwelt, Freiraum und Klima als vordergründig zu berücksichtigendes Handlungsfeld, gefolgt von den Bereichen Freizeit und Kultur sowie Verkehr und Mobilität. Das Themenfeld städtebauliche Struktur und Planungen, das nach der Auftaktveranstaltung im September auf der Prioritätenliste der Waßmannsdorfer ganz oben stand, rückte indes etwas in den Hintergrund.

Welche konkreten Vorschläge gibt es?

Sowohl in der Auftaktveranstaltung als auch im nunmehr erfolgten virtuellen Ortsteilgespräch wurde die Lösung der Verkehrsprobleme und hierbei insbesondere die Verkehrsberuhigung des Ortskerns an oberster Stelle genannt. Als konkrete Maßnahme wird eine Umgehungsstraße gewünscht. Auch der weitere Ausbau des Radverkehrsnetzes wurde thematisiert. Die Radwege seien auf die Verkehrssicherheit und sich ändernde Bedürfnisse hin zu prüfen, an einigen Stellen Lücken zu schließen. Verbindungen fehlten ins Umland, wie etwa nach Mahlow. Neben dem Erhalt der dörflichen Struktur des Orts sowie der umliegenden Felder wurde die Sanierung des Gutsparks als eine weitere wichtige und wünschenswerte Maßnahme genannt. Auch wurde darüber diskutiert, dort ein Kultur- und Begegnungszentrum zu errichten, was im Wesentlichen auch dem vom Büro SÖR formulierten Ziel, den Ortskern als Begegnungsraum zu etablieren, entspricht.

Wie geht es jetzt weiter?

Noch besteht die Möglichkeit, sich mit weiteren konzeptionellen Vorschlägen in den Prozess einzubringen. Diese werden gesammelt und bewertet. Im Weiteren sollen ein Leitbild überlegt und Handlungsschwerpunkte festgelegt werden, aus denen letztlich entsprechende Schlüsselprojekte und –maßnahmen abgeleitet werden. Je nach Situation soll das ergänzte und überarbeitete Konzept im Sommer bzw. Herbst nochmals in den Ortsteilen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Politik und Verwaltung werden in die Diskussion einbezogen. 

Wie können Sie sich aktuell beteiligen? 

Noch bis zum 31. Mai 2021 haben Sie die Möglichkeit, ihre Ideen und Umsetzungsvorschläge an das Büro SÖR zu übermitteln. Schreiben Sie dazu eine E-Mail an insek-wassmannsdorf@stadt-oekonomie-recht.de oder geben Sie Ihre Aufzeichnungen oder Notizen auch gern im Rathaus oder bei Ihrem Ortsbeirat ab.

 

Soweit es die Pandemie-Lage zulässt, soll auch der ausgefallene und zunächst durch die Videokonferenz ersetzte Ortsteilspaziergang nachgeholt werden.

 

Download:

Ortsteilporträt Waßmannsdorf