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Vertrag unterzeichnet: Schönefeld startet Qualitätsoffensive in Kitas

Die Gemeinde Schönefeld ist nunmehr Mitglied im Kommunalen Netzwerk für Qualitätsmanagement in der Kindertagesbetreuung, kurz KomNet QuaKi. Bürgermeister Christian Hentschel unterzeichnete heute Mittag in der Kita „Kunterbunt“ im Waltersdorfer Ortsteil Rotberg eine entsprechende Vereinbarung. Vertragspartner ist das Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung der Universität Potsdam (IFK).

Der Beitritt zum Netzwerk war zuvor von den Gemeindevertreter*innen in der November-Sitzung beschlossen worden. Zugleich stellt er den Startschuss für eine Qualitätsoffensive der Gemeinde in ihren Einrichtungen dar. Künftig sollen sich Bildung und Betreuung der Kinder in den kommunalen Kitas an etablierten Qualitätsstandards ausrichten. Mit Hilfe des Netzwerks werden die Situationen in den Einrichtungen analysiert und Maßnahmen konzipiert, die diese qualitativ weiter nach vorn bringen. Dazu werden bestehende Konzepte unter die Lupe genommen, als auch umfassende Befragungen aller Beteiligten durchgeführt.

Das Qualitätsmanagement des Netzwerks basiert dabei auf einem vierjährigen Evaluationszyklus. „Qualitätsentwicklung braucht Zeit“, erläuterte der Geschäftsführer des IFK, Prof. Dr. Dietmar Sturzbecher, der sich insbesondere von dem Engagement und der Zielstrebigkeit Schönefelds begeistert zeigte. In keiner Kommune sei es bisher gelungen, sich innerhalb eines Jahres handelseinig zu werden, lobte er. Schönefeld sei zwar nicht die größte Kommune im Verbund, aber eine, wenn nicht die am stärksten wachsende. 1500 Kinder werden derzeit in den neun Kindertagesstätten und Horten der Gemeinde betreut. Qualität war schon immer ein entscheidender Faktor in den Einrichtungen, mit Hilfe des Netzwerks wollen sie aber noch besser werden.

„Ich bin der Meinung, wir können nicht genug in kommende Generationen investieren“, sagte Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Kita sei mehr als Betreuung. „Kita ist Bildung“, betonte er. Mit der Kooperation mit dem Netzwerk verknüpfte er zudem die Hoffnung, durch eine Steigerung der Attraktivität der Kitas, die Chancen der Kommune im Rennen um die besten Köpfe und Erzieher*innen zu erhöhen.

Neben der nun gestarteten Qualitätsoffensive wird sich jede Einrichtung ein eigenes Profil geben. Als erste im Landkreis Dahme-Spreewald wurde in dieser Woche so etwa die Kita „Spatzenhaus“ im Schönefelder Norden als „Bewegungskita“ zertifiziert. Die Kita „Kunterbunt“ hat sich auf den Weg gemacht, eine „gesunde Kita“ zu werden. Daneben wird die Gemeinde Anfang kommenden Jahres mit dem/der Qualitätsmanager*in und einem Kinderschutzbeauftragten bzw. einer Kinderschutzbeauftragten zweit weitere Stellen schaffen, die die Kommune in ihrem Ziel weiter voranbringen werden.

Die Kosten für die Mitgliedschaft in dem Kommunalen Netzwerk belaufen sich für die Gemeinde Schönefeld in Abhängigkeit von der Anzahl der Kinder und Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen auf rund 62.400 Euro pro Jahr. Das sind rund 34 Euro pro Kind.

Das KomNet QuaKi war im Jahr 2007 von sieben brandenburgischen Kommunen gegründet worden. Ausgangspunkt war der Wunsch, die Fachverwaltungen in den beteiligten Städten und Gemeinden zu stärken sowie gemeinsam einrichtungsübergreifende Konzepte der Qualitätsfeststellung und –förderung zu entwickeln. Das IFK erarbeitete dazu zunächst in einer zweijährigen Entwicklungsphase gemeinsam mit 70 erfahrenen Träger- und Kita-Vertretungen der KomNet-Kommunen ein Qualitätsmanagementsystem, das aus den beiden Komponenten Qualitätsfeststellung und Qualitätsförderung besteht. Zu letzterem zählen etwa Fortbildungsveranstaltungen und ein regelmäßig erscheinender Newsletter, der die Erzieher*innen und Einrichtungsleiter*innen auf den aktuellsten wissenschaftlichen Stand bringt. Nach der Erprobung wurde das System in allen Kitas der KomNet-Kommunen implementiert und im Folgenden stetig weiterentwickelt.

Mit der Gemeinde Schönefeld gehören dem Brandenburger Netzwerk nunmehr 19 Kommunen an, darunter zwei aus Sachsen-Anhalt. Nach Heidesee und Märkisch Heide ist Schönefeld die dritte zum Netzwerk gehörige Kommune im Landkreis.

 

In der Kita "Kunterbunt" in Rotberg brachte Bürgermeister Christian Hentschel heute im Beisein des IFK-Geschäftsführers Dietmar Sturzbecher und der Kita-Leiterin Cordula Hoffmann das erste "Mitmachschild" an. Es steht für die Mitgliedschaft im Kommunalen Netzwerk KomNet Quaki und Qualitätsausrichtung der Einrichtung. Zuvor unterzeichneten die Beteiligten die Beitrittserklärung. Fotos: sos

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