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Schönefelder Bürgerhaus: Erste Ideen und Berechnungen liegen vor

Noch im kommenden November könnte in der Schönefelder Gemeindevertretung eine wichtige Entscheidung für das im Schwalbenweg 5 geplante Bürgerhaus fallen. In der Sitzung des Bildungs- und Sozialausschusses am gestrigen Abend stellte der von der Gemeinde beauftragte Architekt, Vilco Scholz, Ergebnisse seiner Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vor. Scholz hatte dazu zwei alternative Varianten erarbeitet und diese auf Aufwand, Nutzen und Kosten hin untersucht. Basis bildete das Nutzungskonzept für das Gebäude, das durch die Gemeindevertretung im Sommer beschlossen worden war. Danach sollen in dem in den 1980er Jahre entstandenen Bau künftig neben dem Mehrgenerationenhaus, unter anderem Jugendclub und mobile Jugendarbeiter, die Ortschronisten als auch der Schönefelder Ortsvorsteher ein neues Domizil finden. Geplant ist ebenso die Einrichtung beziehungsweise der Umzug der Bibliothek. Auch einen Mehrzweck- und Veranstaltungsraum soll das zuletzt temporär durch den Landkreis Dahme-Spreewald als Interimsgymnasium genutzte Haus bekommen.

Scholz schlug den Ausschuss-Mitgliedern in einer ersten Variante einen Umbau des Hauses vor. Notwendig sei eine komplette Entkernung und Modernisierung, die neue Fenster, Türen, Fußböden, Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen, energetische Sanierungen, Brandschutzertüchtigungen, zusätzliche Rettungswege, als auch einen Aufzug zur barrierefreien Erreichbarkeit der einzelnen Etagen beinhaltet. Allerdings: allein mit dem Umbau des Gebäudes könne der in dem Nutzungskonzept beschriebene Raumbedarf nicht gedeckt werden. Dafür ist das Haus auf dem rund 1800 Quadratmeter großen Grundstück zu klein.

In einer zweiten Variante entwickelte der Architekt daher die Idee für eine Erweiterung des DDR-Baus durch einen Anbau. Dieser würde an der rechten Seite des Hauses frontal anschließen und sich über das erste und zweite Obergeschoss erstrecken. Unterhalb des wie auf Stelzen stehenden Baus bliebe noch Platz, der etwa für Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden könne. In dem Anbau könnte die Bibliothek als auch der Mehrzweckraum untergebracht werden. Dies schafft Raum für eine großzügigere Aufteilung der Etagen, als auch gewisse Reserven, so Scholz. Das Dach, auf dem der Anbau mit einem „Bügel“ aufliegt, könne zudem begrünt und mit einer Solaranlage versehen werden.

Die Kosten für diese Variante würden sich nach Berechnungen des Planers auf derzeit rund 6,4 Millionen Euro erstrecken. Damit sei sie zwar rund eine Million Euro teurer als jene ohne Anbau, jedoch sei es eine Investition, die sich lohne, meinte Scholz. Ein Neubau wiederum würde deutlich mehr kosten. Hier berechnete der Architekt rund 9,4 Millionen Euro. „Wir haben hier die Möglichkeit, ein Highlight für Schönefeld zu schaffen. Ein Ort der Begegnung, der alle Nutzergruppen anspricht“, äußerte sich der Leiter des Dezernats Bildung und Soziales, Steffen Käthner. Ähnlich sahen es auch die Ausschussmitglieder, die ebenfalls mit großer Mehrheit eine Empfehlung für die Anbau-Variante abgaben. Skepsis kam hinsichtlich der Kosten auf. So sei bei den derzeit explodierenden Baupreisen damit zu rechnen, dass sich der kalkulierte Preis letztlich noch um einiges erhöhen könnte. Denn bis das Bürgerhaus gebaut werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Scholz rechnet mit einer Inbetriebnahme frühestens im Mai 2024. Erst müssen sich die Planungen konkretisieren, dann müssen noch ein Bauantrag gestellt und genehmigt, die Aufträge ausgeschrieben und vergeben werden.

Im kommenden Monat sollen sich nun zunächst der Finanzausschuss als auch die Gemeindevertretung mit den Vorschlägen befassen. Dann kann es an die Entwicklung erster Entwürfe gehen.

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