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Update Radwegbenutzungspflicht: Künftig freie Wahl in Großziethen

Gute Nachrichten für alle Radfahrer*innen in Großziethen: Die Verkehrsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald wird auf der gesamten Länge des Radwegs in der Karl-Marx-Straße den Fuß- und Gehweg für Radfahrer freigeben. Analog zur Lichtenrader Chaussee wird zwar die derzeit gültige Radwegbenutzungspflicht an der Landesstraße aufgehoben, zugleich werden aber Schilder mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ installiert. Das heißt, Radfahrer können künftig frei entscheiden, ob sie Straße oder Gehweg nutzen.

Der Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde war eine gemeinsame Begehung der Örtlichkeit am heutigen Vormittag vorausgegangen, an der neben Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel, Fachleute des Rathauses als auch der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises teilnahmen.

Wie berichtet hatte der Landkreis Dahme-Spreewald nach einer Bürgerbeschwerde entschieden, die Radwegbenutzungspflicht entlang der Karl-Marx-Straße als auch der Lichtenrader Chaussee in Großziethen zum Ende des Monats aufzuheben. Bei der Prüfung hatte sich herausgestellt, dass insbesondere der drei Kilometer lange Rad- und Gehweg in der Karl-Marx-Straße in seiner Breite nicht den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung entspricht.

Parallel zur heute getroffenen Entscheidung, den Radweg für alle freizugeben, die nicht auf der Straße fahren wollen, soll der Rad- und Fußweg dort wo möglich, punktuell verbreitert werden. Zudem werde nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten als auch Alternativen gesucht. Eine komplette Verbreiterung des Weges sei nicht ohne weiteres möglich, da wesentliche Parameter im Planfeststellungsbeschluss zum Bau der Landesstraße festgehalten sind. Für bauliche Veränderungen müsste ein Änderungsverfahren in die Wege geleitet werden, das jedoch sehr aufwändig und langwierig sei.

Die Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde fiel auch nach einer Risikoabwägung. Die Straßenverkehrsbehörde hatte zur Bewertung unter anderem die Unfallzahlen der vergangenen Jahre herangezogen. Seit dem Jahr 2010 hatten sich im Bereich der Karl-Marx-Straße 34 Radunfälle ereignet, zwölf davon an Ausfahrten, aber auch mehrere auf der Fahrbahn. Keiner der Unfälle ließe sich jedoch auf den Zustand oder die Breite des Geh- und Radweges zurückzuführen, erklärte ein Behördenmitarbeiter. Vielmehr bestünde eine erhöhte Gefahr, wenn die Radwegbenutzung komplett ausgeschlossen würde, da sich einige Radfahrer erfahrungsgemäß nicht an das Verbot hielten. Wenn sich wiederum Autofahrer darauf verließen, dass keine Radfahrer mehr auf dem Gehweg unterwegs sind und von dort die Straße kreuzen könnten, steige das Unfallrisiko.  Auch die sehr geringe Straßenbreite und die starke Nutzung der Karl-Marx-Straße flossen in die Überlegung der Verkehrsbehörde ein. Pro Tag würden etwa 10.000 Fahrzeuge die Straße passieren, darunter Laster und Busse.

Der Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Bereich der Karl-Marx-Straße, die von Gemeindevertretern angeregt worden war, erteilte die Behörde allerdings eine Absage. Die Hürden seien zu hoch. Um eine solche Beschilderung anzuordnen, müsse eine besondere Gefahrenlage nachgewiesen werden, etwa durch erhöhte Unfallzahlen. Aber auch auf Grund der übergeordneten Straße als Landesstraße mit verkehrenden Linienbussen habe eine solche Maßnahme kaum eine Chance.

  

An einigen Stellen ist es auf dem Fuß- und Radweg in der Karl-Marx-Straße etwas eng. Nach einer ersten Begutachtung durch Vertreter des Landkreises und des Schönefelder Rathauses wird nun intensiv geprüft, wo und wie der Weg noch optimiert werden kann. Fotos: sos


 

28.05.2021

Nachdem bekannt wurde, dass die Verkehrsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald beabsichtigt, in Kürze die Radwegbenutzungspflicht in der Karl-Marx-Straße und der Lichtenrader Chaussee in Großziethen aufzuheben, laufen die Großziethener Bürger*innen Sturm. Insbesondere Eltern von schulpflichtigen Kindern, die beide Straßen auf dem Weg zur Paul-Maar-Grundschule oder des Evangelischen Gymnasiums benutzen, sorgen sich. Während in der Lichtenrader Chaussee es zumindest möglich bleibt, den Gehweg mit dem Rad zu benutzen, gilt dies für die Karl-Marx-Straße nicht mehr. Senior*innen, aber auch Kinder, die älter als 10 Jahre sind, müssen auf die Straße, die jedoch hochfrequentiert und zudem recht schmal sei. Auch von Bussen und Lastern werde die Landesstraße befahren. In der kommenden Woche kehren die Schüler*innen zum Präsenzunterricht zurück, zugleich würden sie mit dieser für sie neuen Situation konfrontiert, befürchten Eltern. Diese Sorge konnte die Gemeindeverwaltung inzwischen entkräften. Laut Anordnung des Landkreises müsse die Maßnahme bis zum 30. Juni 2021 umgesetzt sein. Da sind die Schüler*innen dann bereits in den Ferien.

Die Gemeindeverwaltung ist um eine Lösung des Problems bemüht, jedoch sind die Möglichkeiten mehr als eingeschränkt. Eine Verbreiterung des Radwegs auf eine StVO-konforme Breite werde zwar geprüft, könnte sich jedoch aufgrund der Gegebenheiten vor Ort (Straßenbäume, Grundstücksverhältnisse) schwierig erweisen. Auch der Entwicklungsausschuss der Gemeinde Schönefeld, der sich gestern Abend in seiner Sitzung spontan mit der Thematik befasste, sieht kaum Chancen für eine schnelle Lösung. Ein erster Schritt sei, den Landkreis um weiteren Aufschub beim Vollzug der Maßnahme zu bitten. Entsprechende Schreiben sind bereits unterwegs. Die Kreistagsmitglieder Sabine Freund und Olaf Damm wollen das Thema zudem am Dienstag im Kreistag ansprechen. Freund brachte darüber hinaus die Anordnung einer Tempo-30-Zone auf der Karl-Marx-Straße ins Gespräch, die mit der besonderen Gefahrenlage begründet sei. Auch der Ortsvorsteher von Großziethen, Rainer Sperling, wurde aktiv und richtete ein Schreiben an den Landkreis. Auch er will erreichen, dass die Anordnung zurückgenommen wird, zudem interessiert er sich für die Hintergründe der ad hoc-Entscheidung.


 

Radfahrer sind künftig nicht mehr gezwungen, den schmalen, begleitenden Geh- und Radweg entlang der Karl-Marx-Straße / L75 in Großziethen zu benutzen. Sie dürfen es aber auch nicht mehr. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald hat die Benutzungspflicht aufgehoben. Der Gehweg sei nicht breit genug und entspreche damit nicht der Straßenverkehrsordnung (StVO), hieß es zur Begründung. Vorausgegangen war eine Bürgerbeschwerde.

In den nächsten Tagen werden die entsprechenden Verkehrsschilder abmontiert. Radfahrer sollten beachten, dass die Anordnung des Landkreises erst dann wirksam ist, wenn die Schilder abgebaut sind. Kinder dürfen im übrigen weiter mit dem Rad auf dem Gehweg fahren. Hier gilt: Wer das achte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, muss den Gehweg sogar benutzen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen es. Aufsichtspersonen, die Kinder bis zum 8. Lebensjahr bei der Fahrt mit dem Rad begleiten, dürfen ebenfalls mit auf den Gehweg.

Auch auf der Lichtenrader Chaussee in Großziethen soll es ab dem Kreisverkehr in Richtung Berlin keinen Radwegzwang mehr geben. Dort sei der Rad/-Gehweg zwar breit genug, so dass sich ihn Fußgänger und Radfahrer theoretisch teilen könnten, allerdings gäbe es für eine Pflicht zur Benutzung des Weges durch Radfahrer keine hinreichende Begründung in der StVO. Deshalb werden auch hier auf Anordnung des Landkreises Dahme-Spreewald die Schilder in Kürze abmontiert. Im Unterschied zur Karl-Marx-Straße werde hier der Rad-/Gehweg jedoch mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ versehen. Das heißt, hier können Radfahrer künftig selbst entscheiden, ob sie lieber die Straße oder den Radweg benutzen wollen. Insgesamt sollten sich alle Verkehrsteilnehmer auf die geänderte Situation und das erhöhte Aufkommen von Radfahrern auf der Straße einstellen.

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