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INSEK: Erste Ideen für Kiekebusch entwickelt

Nach der Bürgerversammlung im Herbst ist die Gemeinde Schönefeld mit dem Planungsbüro SÖR – Stadt I Ökonomie I Recht - in die nächste Runde der Bürgerbeteiligung gestartet. Am vergangenen Freitag fand in Kiekebusch die erste Videokonferenz mit den Bewohnern des Ortsteils statt.

Zur Vorbereitung der Onlinesitzungen hatte das Büro SÖR im Vorfeld einen Entwurf für eine gemeindeweite Analyse erarbeitet und Porträts für die jeweiligen Ortsteile entworfen. Stichpunktartig wurden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken erfasst als auch erste Handlungsfelder abgeleitet - Link

In der Videokonferenz, die mit knapp 9 Prozent der Bewohner*innen eine herausragende Beteiligungsquote erreichte, wurden die erarbeiteten Ergebnisse vorgestellt und mit den Konferenzteilnehmern diskutiert. Strategisches Ziel für Kiekebusch sei es nach Angaben des durch die Gemeinde mit dem INSEK beauftragten Büros, den dörflichen Charakter des Ortsteils zu bewahren sowie die Nahversorgung zu verbessern. Dies soll punktuell vor Ort, vor allem aber durch eine bessere Anbindung an außerhalb gelegene Versorgungseinrichtungen geschehen, etwa durch ein verbessertes Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs oder den Ausbau von Radwegen. Sorgen, so wurde in der Diskussion auch deutlich, bereite den Kiekebuschern das Gewerbegebiet mit der Ansiedlung des Logistikzentrums von Amazon, das die Lebensqualität beeinträchtige und je nach Entwicklung weiter beeinträchtigen könnte. Auch die in Rede stehende Auffahrt zur Bundesautobahn wurde überwiegend negativ bewertet. So befürchten die Kiekebuscher, dass die Auffahrt bzw. Abfahrt noch mehr Verkehr in den Ort zieht. Thematisiert wurden darüber hinaus die beschränkte Möglichkeit der Wohnbauentwicklung im Ort als auch eine Überalterung der Bevölkerung. Hier gelte es Zukunftsoptionen zu entwickeln. 

Im Anschluss an die Diskussion hatten die Kiekebuscher Gelegenheit, im Rahmen einer Umfrage ihren Ort mit Schlagwörtern und Merkmalen zu beschreiben. Herausgestellt wurde hier der Bezug zur Natur und die Landschaft, aber auch die Nähe zu Berlin. Als besonders wesentlich wurden auch der Erhalt und die Entwicklung der Gemeinschaft genannt. 

In einer weiteren Umfrage bestimmten die Kiekebuscher die aus ihrer Sicht prioritären Handlungsfelder. Hier konnten maximal drei genannt werden. Im Ergebnis bekam der Bereich Umwelt, Freiraum, Klima die mit Abstand meisten Stimmen. Als weitere wichtige Handlungsfelder wurden die Bereiche Wohnen als auch Kultur und Freizeit genannt. 

Als ein erster konkreter Umsetzungsvorschlag wurde die Einrichtung eines Hofladens in Karlshof thematisiert. Nach Ansicht des Büro SÖR passe er sehr gut zur Analyse mit dem strategischen Ziel, den dörflichen Charakter zu bewahren. Der Hofladen könnte eine Lücke in der Versorgung schließen, zugleich aber auch als Treffpunkt fungieren. Als positiv wurde in diesem Zusammenhang auch die bereits begonnene Sanierung des Generationentreffs genannt. Hier besteht der Wunsch, ein Backhaus zu integrieren. Auch eine Wiederbelebung der Gaststätte im Ort wird angestrebt.

Wie geht es jetzt weiter?

Noch besteht die Möglichkeit, sich mit weiteren konzeptionellen Vorschlägen in den Prozess einzubringen. Bis zum 31. Mai 2021 haben die Kiekebuscher Zeit, ihre Ideen und Umsetzungsvorschläge per E-Mail unter insek-kiekebusch@stadt-oekonomie-recht.de an das Büro SÖR zu übermitteln. Kiekebuscher, die nicht über einen Internetzugang verfügen, können ihre Vorschläge auch im Rathaus oder bei ihrem Ortsbeirat abgeben.

Die Ideen und Anregungen werden gesammelt und bewertet. Im Weiteren sollen ein Leitbild überlegt und Handlungsschwerpunkte festgelegt werden, aus denen letztlich entsprechende Schlüsselprojekte und –maßnahmen abgeleitet werden. Je nach Corona-Lage soll das ergänzte und überarbeitete Konzept im Sommer bzw. Herbst nochmals in den Ortsteilen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Politik und Verwaltung werden in die Diskussion einbezogen.

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