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Tagelöhnerhaus Großziethen

Bauarbeiter rekonstruieren das Tagelöhnerhaus

Das aus dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts stammende Tagelöhnerhaus in Alt Großziethen 7 (Dorfaue), konnte nach Rekonstruktion einer Nutzung zugeführt werden. In Zukunft können hier Bürger in dem neu entstandenen Trauzimmer heiraten. Zudem hält der Ortsbürgermeister hier seine Sprechstunden ab.

Denkmalpflegerische Bedeutung

Das Wohnhaus Alt Großziethen Nr. 7 (Tagelöhnerhaus) wurde am 25.09.2006 in die Denkmalsliste des Landes Brandenburg eingetragen.

Das freistehende, taufständig zu Alt Großziethen ausgerichtete, eingeschossige Wohnhaus mit Satteldach wurde voraussichtlich im zweiten Drittel des 19 Jahrhunderts errichtet. Die Funktion des Gebäudes ist auf Grund der schlechten Quellenlage bisher unklar, eventuell diente es als Tagelöhner- oder Armenhaus.

Die Innenstruktur des Zweifamilienhauses ist gekennzeichnet durch die zentral liegende, gemeinsam genutzte schwarz Küche. Diese ist in der Außenansicht durch den in der Mitte des Daches gelegenen Schornstein markiert. Um die Küche herum angeordnet ist der gemeinschaftliche Flur, sowie rechts und links je eine im Grundriss identische Wohnung bestehend aus einer Stube und einer bzw. zwei Kammern, wobei aufgrund der vorhandenen Symmetrie auch eine ursprünglich Unterteilung der Kammer  der rechten Wohnung zu vermuten ist; die Trennwände bestehen aus Lehmziegeln. Überkommen ist auch das Dachwerk mit einer unterhalb der Kehlbalken verlaufenden Pfette.

Das Wohnhaus Alt Großziethen 7 dokumentiert das sprunghafte Wachstum des Dorfes in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist Bestandteil der über mehrere Jahrhunderte gewachsenen Ortsstruktur. Nach heutigem Kenntnisstand ist es das älteste erhaltene Wohnhaus im Ort. Aus den genannten Gründen besitzt es damit erhebliche orts- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung.

Das Wohnhaus stellt mit seinem mittels Feldsteinen errichteten, für das 18. und 19. Jahrhundert typischen sogenannten, kaum ausgezwickelten Zyklopen-Mauerwerk nicht nur für den Ort Großziethen, sondern für die gesamte Region eine bemerkens- und damit erhaltenswertes Architekturzeugnis des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts dar und dokumentiert anschaulich regionale Haustypologie. Als besonders prägnanter Vertreter der angewandten Bauform gibt das Haus wertvolle Aufschlüsse über die regional üblichen Feldsteinbauweisen. Insbesondere die Tatsache, dass in dieser Region Brandenburgs fast nur Kirchen und Wirtschaftsgebäude mit Bruchsteinmauerwerk erhalten sind, erhebt das Gebäude alt Großziethen Nr. 7 in seiner Funktion als Wohnhaus zu einer herausragenden Ausnahme. Es präsentiert damit für die Region einen höchst selten erlebbaren Bautyp und ist damit von baugeschichtlicher Bedeutung.

Auf Grund seiner zentralen Lage als, bis auf die dahinter liegende Kirche, einziges Gebäude auf dem Dorfanger, sowie seiner Position in direkter Blickachse beim Befahren des alten Dorfkernes von Norden her beherrscht das Wohnhaus Alt Großziethen Nr. 7 in prägnanter Weise das Dorfbild. Seine Dominanz begründet sich zu dem durch sein von Feldsteinmauerwerk bestimmtes Erscheinungsbild. Es nimmt damit eine Sonderstellung in der von Putzbauten geprägten ortstypischen Bebauung ein. Aus diesem Grund besitzt das Gebäude städtebauliche Bedeutung.