Mongolei-Reisebericht

Mongoleireise 2008

Frau Thieke, Leiterin des Dezenat II, berichtet über ihre Reise (2008) in die Mongolei.

Am Sonntag, den 29.06.2008 um 14:00 Uhr startete unsere kleine Delegation (Frau Bischof, Frau Thieke, Frau Kienast) von Tegel in Richtung Ulaanbaatar über Moskau. Dr. Haase war in geheimer Mission unterwegs.
Wir landeten Montag den 30.06.2008 Chinggis Khan Airport in Ulaanbaatar, der kältesten Hauptstadt der Erde. Ulaanbaartar liegt 1500 m hoch. Im Juni/Juli sind die Temperaturen warm und auch nachts angenehm. Ein Kleinbus mit Fahrer und unsere Dolmetscherin Fräulein Gundegmaa Sugar, sowie eine Vertreterin des Districts empfingen uns mit Blumen und begleiteten uns ins Hotel „Evergreen“. Hier bezogen wir unsere Zimmer für die nächsten drei Nächte, konnten uns „frisch machen“.

Mongoleireise 2008

Nach dem langen Flug und nach dem Frühstück ging es gemäß Veranstaltungsplan um 10:30 Uhr zum Bürgermeisteramt. Die stellvertretende Bürgermeisterin und mehrere Abteilungsleiter begrüßten uns. Wir tauschten uns zu den Tätigkeiten aus und auf unseren Wunsch hin, führte man uns durch die einzelnen Abteilungen und erklärte uns die Aufgaben.

Mongoleireise 2008

Im Anschluss ging es zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir besuchten die Gandantegchenglin Tempelanlage mit der buddhistischen Universität. Hier fielen uns die sehr alten und sehr jungen Mönche auf. Erst in den letzten Jahren ist es wie früher üblich die Kinder wieder in den Tempeln anzumelden. Ebenso ist man bemüht die Tempelanlage zu rekonstruieren. Hierbei fließen auch Spendengelder aus dem Ausland.

Mongoleireise 2008

Mit dem Kleinbus ging es zum Suchbaatar Platz und ins naturkundliche historische Museum. Das Museum war sehr groß und voll mit interessanten Exponaten alles rund um Dinosaurier und vieles mehr. Jetzt schwächelten Einige schon leicht. Immerhin waren wir durch die Zeitverschiebung von 6 Stunden um den erholsamen Schlaf einer Nacht gebracht worden. Sicher waren es auch die vielen, vielen neugewonnen Eindrücke- von einer Stadt, die sich im Wandel befindet.

Mongoleireise 2008

Bereits aus der Luft (im Anflug auf Ulaanbaatar) erkennbar tauchten mitten in dem Jurtenviertel des Stadtrandes Dächer auf. Die Mongolen, die in die Stadt drängen stechen ihre Claims ab und errichten Zäune aus Brettern, Wellblech und Mauern. Ulaanbaatar hat jetzt über eine Millionen Einwohner, unser Partner Bezirk Bayangol hat 160.000 Einwohner. Überall Baustellen, neue Hotels entstehen, Bars und Restaurants eröffnen, alle wollen teilhaben am Aufschwung der Stadt nach Öffnung des Landes für den Tourismus. Das die touristische Öffnung und die damit verbundene Entwicklung zwei Seiten hat, wird überall deutlich. Dies bemühen, Ulaanbaatar für Touristen attraktiv zu machen führt bis hin zur Aufgabe von Identität. Für Touristen gibt es zum Beispiel Touristen Speisekarten, mongolische Nationalgerichte findet man auf dieser nicht! 

Mongoleireise 2008

Unser Veranstaltungsplan war voll mit Ausflügen. Es ging in den Terelj- Nationalpark in den Touristencamps errichtet wurden. Wir besuchten den Schildkrötenfelsen, aßen im Camp das erste Nationalgericht BUUZ? Und blickten vom Aussichtspunkt Zaisan über Ulaanbaartar.

Zu den Abendessen begleiteten uns Vertreter des Districts mit denen wir uns über Schulen, Kindergärten, soziale Einrichtungen der Stadt, medizinische Versorgung, Altersstruckturen u.v.m. austauschten. Die Probleme sind sich ähnlich auf der Welt, hier gibt es jetzt Straßenkinder Projekte.

Ausnahmezustand in Ulaanbaartar

Für uns und auch für die Mongolen völlig überraschend geschah dann folgendes. Mittwoch früh teilte man uns mit, dass der Ausnahmezustand über Ulaanbaartar verhängt wurde. Im Ergebnis der Wahl am Sonntag eskalierte Dienstagabend die Situation. Am Suchbaatar Platz lieferten sich Anhänger der demokratischen Partei eine Schlacht mit der Polizei. Die Polizisten wurden mit Steinen beworfen, Autos in Brand gesteckt und mehrere Gebäude mit Steinen und Brandsetzten beschädigt. Selbst die anrückende Feuerwehr wurde angegriffen. Es gab Tote und Verletzte. Der Ausnahmezustand wurde für vier Tage bis 05.07.2008, 0:00 Uhr verhängt. Damit einher ging die großräumige Absperrung des Bereiches um den Suchbaatar Platz und die Sicherung durch Militär und Polizei. Alkoholverkaufs- und Ausschankverbot sowie Ausgangssperre in den Abendstunden. Tatsächlich soll es bei der Auszählung der Stimmen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Die mongolische Volkspartei ging als Sieger aus der Wahl. Die Anhänger der demokratischen Partei wollten dies nicht hinnehmen. Bis heute ist unklar, wie damit umgegangen wird.

Mongoleireise 2008

Unser Veranstaltungsplan für die Woche ist durch die Geschehnisse durcheinander geraten. Die angesetzten Theater- und Opernaufführungen entfielen. Der District organisierte daraufhin im Anschluss an ein Abendessen die „Folkband“ DOMOG mit Pferdekopfgeigen und Obertongesang.

Der Obertongesang entsteht durch zwei Luftströme, die sich in 2 Töne aufteilen, den Langgezogenen Grundton und den zweiten Hochton. Dieser wird durch einen sehr hohen Luftdruck im Kopf erzeugt. Das war sehr beeindruckend und wir erwarben die gerade auf dem Markt erschienene CD.

Gurvan Saykhan Nationalparks

Den Rest der Woche 03.07. – 05.07.2009 verbrachten wir in der Südgobi. In Dalanzadgad gelandet, ging es mit dem Jeep ins Wüstencamp. Von dort aus starteten wir die Erkundung des Gurvan Saykhan Nationalparks. Dabei handelt es sich um eine sehr lange Gebirgskette. Eine unbeschreibbar weite Ebene, einseitig eingerahmt durch die Drei Schönen, lag vor uns. Hier hat die Welt scheinbar kein Ende, jedenfalls keines das das Auge erfassen kann.

Geierschlucht

Unsere Ausflüge führten uns zur Geierschlucht die im Juli noch Gletschereis bei einer Umgebungstemperatur von 39 °C zu bieten hat, zu den „Singenden Dünen“ Sandwanderdünen mit bis zu 300 m hohen Erhebungen. Unsere Spuren im Sand verwehte der Wind blitzartig hinter uns, die „flammenden Klippen“ stehen stolz über einem Tal in dem seit 1922 im roten Sandstein die ersten Nester und Skelette von Dinos ausgegraben werden.

Auf den Weg dorthin fuhren wir durch eine kleine Oase in der Gemüseanbau betrieben wird. Hier rinnt aus dem Felsen Wasser spärlich aber unaufhörlich in einen kleinen Teich um den sattes grün inmitten der kargen Landschaft das Auge bezaubert.

So kann man alle Eindrücke zusammenfassen, so verschieden diese auch waren bis hin zu Fatamorganas, das Auge wird bezaubert von den Naturschönheiten.

Wüste Gobi

Am Abreisetag gönnten wir uns im Camp ein halbes Lamm in der Milchkanne zubereitet, für Touristen ohne Fett, so dass es bekömmlicher ist. Unter freiem Himmel waren wir bei der Zubereitung dabei und aßen zur Freude der Campbetreiber unter diesen.

Um 20:00 Uhr landeten wir in Ulaanbaatar. Unser Tempo blieb zügig, denn um 21:00 Uhr war Abschiedsessen mit dem Bürgermeister und Geschenkeaustausch. In diesen Jahr besteht der Partnerschaftsvertrag 10 Jahre, aus diesem Anlass hatten wir unter anderem T-Shirts bedruckt mit unserem Wappen im Gepäck. Vorab werde eine Pressekonferenz abgehalten, der Bürgermeister Zogbatar überreichte Dr. Haase eine Ehrenbürgerurkunde für 25 Jahre wirken um die mongolisch/dt. Verständigung (Völkerverständigung).

Am 06.07.2008 landeten wir in Tegel nach eine nachhaltig beeindruckenden anstrengenden, aufregenden Reise.