Die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Schönefeld und Bayangol, einem von neun Stadtbezirken der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar, besteht seit 1998. Sie geht zurück auf frühere Beziehungen des VE-Gut Waßmannsdorf zum mongolischen Staatsgut Bornuur, die sich Ende der 1970er Jahre auf Anregung einer Mitarbeiterin des Landwirtschaftsministeriums der DDR entwickelt hatten.
Ein 1979 in der Mongolei geschlossener Freundschaftsvertrag hatte zunächst bis 1989 Bestand. Nach der politischen Wende kamen die Beziehungen der Landwirtschaftsbetriebe zum Erliegen. Das Staatsgut Bornurr als auch das Volksgut Waßmannsdorf wurden aufgelöst. Sowohl in der Mongolei als auch im Osten Deutschlands erlebten die Menschen tiefgreifende Veränderungen.

Erst im Jahr 1992 kamen wieder Mongolen zu uns zu Besuch. Der Neubeginn der deutsch-mongolischen Beziehungen wurde vier Jahre später durch die Konrad-Adenauer-Stiftung eingeläutet, die seit 1993 die neuen und demokratischen Kräfte unterstützte. Sie ermöglichte einer 5-köpfigen Reisegruppe aus der Mongolei einen Studienaufenthalt in der Bundesrepublik. Diese Reise führte die Gruppe unter anderem auch in die damals noch eigenständigen Gemeinden Großziethen, Rotberg und Waßmannsdorf. Dabei wurde unter den Beteiligten eine lose Zusammenarbeit verabredet, zudem sprachen sich beide Seiten gegenseitige Einladungen aus.
Auf Initiative des Mongolisten Dr. Klaus Bormann gründete sich 1998 in Schönefeld die Deutsche Mongolei Agentur (DMA), deren Ziel es war, im beiderseitigen Austausch Sprach-, Kultur- und Abenteuerreisen zu organisieren. Sitz der Gesellschaft war Selchow. Zugleich traten Vertreter des mongolisches Stadtbezirks Bayangol mit der Bitte der Prüfung einer partnerschaftlichen Beziehung an Schönefeld heran. Kurz darauf reiste eine 10-köpfige Delegation in die Mongolei. Dem schlossen sich wenig später eine erneute Vertragsunterzeichnung über die freundschaftliche Zusammenarbeit der Kommunen als auch regemäßige Austauschbesuche an.
In Folge eines der Besuche im Spätsommer 2002 gründete sich – inspiriert durch die Gesangsdarbietungen der mongolischen Gastgeber – im Januar 2003 der Großziethener Scheunenchor.
Im Blickpunkt der freundschaftlichen Beziehungen stand aber nicht nur der kulturelle Austausch, sondern auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Neben der Gewinnung von Investoren aus der und für die Mongolei sollten junge Mongolen darin unterstützt werden, in Deutschland und der Region eine Ausbildung zu absolvieren. Ermöglicht wurde ihnen dies u.a. bei der Fensterbaufirma DAM in Waltersdorf, der Schlosserei Fischer in Waßmannsdorf sowie im Großziethener Hotel „Belger“.
Auch im Schönefelder Rathaus war die Mongolei über viele Jahre mehrfach erlebbar. Bilder, Fotos und zahlreiche Ausstellungsgegenstände trugen zum besseren Verständnis der Menschen und des Lebens in dem mongolischen Partnerbezirk bei. Neben einem Park, der in einem neu entstandenen Wohngebiet im Schönefelder Norden angelegt worden war, erhielt auch ein Besprechungsraum im gegenüberliegenden Verwaltungsgebäude den Namen „Bayangol“.
Seit 2002 findet im Schönefelder Ortsteil Waßmannsdorf zudem regelmäßig ein deutsch-mongolisches Volksfest statt, das den Besucher*innen die traditionelle fernöstliche Kultur näherbringt. Nach Corona bedingter Pause organisierte die Verwaltung in Kooperation mit der Deutsch-Mongolischen-Gesellschaft sowie der mongolischen Botschaft in Berlin 2022, im Jahr seines 20. Bestehens, das mittlerweile 15. Fest.
2025 trat ein Novum in der Geschichte des deutsch-mongolischen Volksfestes ein. Aufgrund der gleichzeitig stattfindenden 650-Jahr-Feier des Ortsteils Schönefeld wurde das Partnerschaftsfest in das Jubiläum integriert und findet anders als in den Jahren zuvor nicht in Waßmannsdorf, sondern im Bayangol-Park statt.

Kurzporträt des Partnerbezirks Bayangol
- gegründet 1965 als „Bezirk des Oktober“
- Umbenennung 1992 in Bayangol (großer Fluss)
- einer von neun Stadtbezirken der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar
- Fläche: ca. 30 km²
- rund 160.500 Einwohnende, ca. 5.400 je km²
- untergliedert in 20 Teilbezirke
Über die Mongolei
Die Mongolei ist im Herzen Asiens gelegen und nach Kasachstan der zweitgrößte Binnenstaat der Welt. Es ist ein Land der Extreme. Hier liegen die nördlichsten Wüsten der Welt und die südlichsten Permafrostgebiete. Die enge Verflechtung von Wäldern, Steppen und Wüsten geben der Landschaft ihr besonderes Gepräge. Nur wenige Kilometer von der quirligen Millionenstadt Ulaanbaatar entfernt, faszinieren endlose Weite und Stille. Die Bundesrepublik Deutschland findet auf dem Territorium der Mongolei bequem viermal Platz. Das Land zählt zu den am dünnsten besiedeltsten.
Die Mongolei ist ein typisches Hochplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1.580 Metern über dem Meeresspiegel und geprägt von einem extrem kontinentalen winterkalten Trockenklima mit kurzen Übergangszeiten. Einem langen Winter, der von Oktober bis April dauert, folgen ein kurzes, stürmisches Frühjahr und ein warmer, relativ niederschlagsreicher Sommer. Der Herbst ist zumeist mild und trocken. Es ist möglich, dass in Ulaanbaatar bereits im September der erste Schnee fällt.
Ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Mongolei ist die Bergbauindustrie. Das Land ist überaus reich an Bodenschätzen, wie Stein- und Braunkohle, Eisenerz, Buntmetallen, aber auch Gold, Silber, Erdöl, Uran und Salz.
Innerhalb der Mongolei gibt es zwei Zeitzonen. Zwischen Ulaanbaatar und der Westregion beträgt die Differenz minus eine Stunde.
Die nationale Währung ist der Tugrug (MNT).


