Chronik des Ortsteils Schönefeld

1375 – Erste Erwähnung

Im Landbuch Kaiser Karls des Vierten aus dem Jahre 1375 findet sich ein erster schriftlicher  Hinweis auf das Dorf Schönefeld, welches damals noch „Schonenvelde“ hieß. Die Kirche des Ortes wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet.

Das Dorf hatte zu diesem Zeitpunkt 55 Hufen (Bezeichnung für ein Bauerngut oder Gehöft das von einer Familie bewirtschaftet wurde). Außerdem gab es im Dorf eine Mühle und einen Krug (ländliche Gaststätte).

Der Schulze, Pfarrer Henning Schonenvelde sowie der Bauer Mattheus hatten freie Pachthufen. Alle anderen Bauern, die 7 Kossäthen (Dorfbewohner, die einen Kotten bzw. eine Kate besaßen), der Müller und der Wirt mußten Pacht und Bede (alte Steuerform) zahlen sowie Wagendienst leisten.

Der eigentliche Gutsherr in Schönefeld war der in Waßmannsdorf ansässige Henning Selchow zu Lehne.

1400 bis 1900

Um 1450 besaß der Gutsbesitzer Mußlow die Herrschaft über das Dorf. Dieser veräußerte das "halbe Dorf“ an Hans Krewitz zu Berlin.

Das Jahr 1624 wurde im 30jährigen Krieg zum Schreckensjahr für Schönefeld. Die meisten Höfe wurden zerstört und die Bewohner vertrieben oder getötet.
1677 kaufte der Große Kurfürst Teile von Schönefeld.

Im Mai 1883 erwarb Karl Wrede das Gut Schönefeld.

1901 bis 1945

Am 9. April 1934 wurde das Gelände zwischen Schönefeld und Diepensee für die Errichtung eines Flughafens und des Flugzeugwerkes Henschel auserwählt. Im Oktober selbigen Jahres wurde der erste Spatenstich getan.

Im Schönefelder Flugzeugwerk arbeiteten 1937 über 3.000 Arbeiter. In der Zeit von 1935 bis 1945 wurden in Schönefeld ca. 10.000 Flugzeuge für den Zweiten Weltkrieg gebaut (darunter Junkers W 34, Junkers 86, Junkers 88, Junkers 188, Dornier 23 und Dornier 17).
Auch die ersten deutschen ferngelenkten und raketengetriebenen Gleitbomben (Hs 293) und die ersten Stahltriebwerkflugzeuge der Welt wurden in Schönefeld gebaut.

Am 22. April 1945 besetzten sowjetische Truppen Schönefeld und begannen unverzüglich damit, alle Anlagen der Henschel-Werke zu demontieren.

1947 bis zur Gegenwart

1947 wurde auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland der Aufbau des Flughafens Schönefeld angeordnet.
1955 nahm die Deutsche Lufthansa - DDR ihre Tätigkeit auf und ab 1958 wurde die Arbeit auf dem Flughafen von der Interflug fortgesetzt.

Zwischen 1959 und 1961 wurde die Start- und Landebahn Nummer 1 errichtet. Allein 1983 wurden 2,7 Millionen Fluggäste abgefertigt. Die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (heute integriert in die Berlin-Brandenburg Flughafen Holding) treibt die weitere Entwicklung des Flughafens voran. 1992 ging das modernisierte Terminal für jährlich vier Millionen Fluggäste in Betrieb, drei neue Fluggastbrücken sowie ein neues Parkhaus sind im Betrieb.

Mit der Errichtung des Pier 3 A und vor allem dem Einstieg von "Easy Jet" im April 2004 begann eine rasante Entwicklung. Im Jahre 2005 wurden in Schönefeld 4,5 Millionen Passagiere abgefertigt. Der Bau des Terminals D erhöhte die Abfertigungskapazitäten und bis zur Inbetriebnahme des BBI im Jahre 2012 dient er als Übergangslösung. Im Jahre 2012 sollen laut neuesten Schätzungen in Schönefeld bereits 27 Millionen Passagiere abgefertigt werden.