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Zeichen gegen Rassismus gesetzt: Fußballtrainer für Zivilcourage geehrt

 

Besondere Leistungen verdienen besondere Anerkennung. Als Fußballer weiß das Mike Albrecht nur zu gut. Am gestrigen Abend stand der Trainer der Ü32-Herren-Mannschaft des SV Schönefeld jedoch nicht wegen seiner sportlichen Erfolge im Mittelpunkt. Im Kreistagssaal in Lübben wurde der Fußballtrainer mit der Auszeichnung „Menschen mit Zivilcourage“ des Landkreises Dahme-Spreewald geehrt.

Vorausgegangen war eine Empfehlung der Schönefelder Gemeindeverwaltung. Albrecht hatte im September vergangenen Jahres nach Ansicht des Bürgermeisters nach einem Vorfall auf dem heimischen Sportplatz ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Damals hatte ein Vereinsmitglied nach einem geselligen Abend im Vereinsheim mit einer Kreidemaschine ein 4x4 Meter großes Hakenkreuz auf den Rasen des Platzes an der Bohnsdorfer Chaussee gemalt. Da sich zunächst niemand zu der Tat bekannte, zeigte Albrecht alle am Vorabend Anwesenden bei der Polizei an. Diese nahm die Ermittlungen auf und stellte den mutmaßlichen Täter. Dieser wurde daraufhin aus dem Verein ausgeschlossen.

Albrecht ist einer von insgesamt drei mit dem Preis Geehrten im Landkreis. Neben ihm wurden Erich und Vjatscheslav Forot aus Lübben ausgezeichnet, die einem Mann zu Hilfe geeilt waren, der von einem Angetrunkenen mit einem Knüppel attackiert worden war. Auch Marlis Wolf aus Luckau, die im April dieses Jahres Zeugin eines Handtaschendiebstahls wurde und den Dieb stellte, erhielt für ihr beherztes Eingreifen den Zuspruch des Kreisausschusses, der damit der Empfehlung des Kreispräventionsrates gefolgt war.

Mit der Auszeichnung von Persönlichkeiten mit Zivilcourage soll der Einsatz dieser Menschen gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit oder Willkür gewürdigt und zugleich ein Zeichen für eine gesellschaftliche Entwicklung, weg von Gewalt, hin zu einer friedlichen Lösung von Konflikten und Toleranz miteinander gesetzt werden.

„Der Mut des Einzelnen, unerschrocken einzugreifen, wenn andere Menschen in Not oder Gefahr sind oder Unterstützung und Hilfe benötigen, genau hinzusehen statt wegzuschauen, ist eine der Antworten, die wir auf Gewalt geben können“, sagte Landrat Stephan Loge anlässlich der Preisverleihung. „Zivilcourage ist von jedem von uns gefordert. Es darf niemandem gleichgültig sein, wenn Personen belästigt oder gar geschlagen werden, wenn Sachen beschädigt oder verunstaltet werden. Denn Gleichgültigkeit begünstigt Kriminalität, Gewalt und Verwahrlosung.“

Die Auszeichnung „Menschen mit Zivilcourage“ ist mit 2600 Euro dotiert und erfolgt alle drei Jahre. Grundlage bildet die Richtlinie zur Auszeichnung von Menschen mit Zivilcourage, zur Verleihung eines Umweltpreises sowie zur Würdigung besonderer ehrenamtlicher Leistungen, die der Kreistag in seiner Sitzung am 13. Dezember 2020 beschlossen hat.

Da in diesem Jahr mehrere der eingereichten Vorschläge dem Ziel und Zweck der Verleihung der Auszeichnung entsprachen, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, das Preisgeld um 100 Euro zu erhöhen und entsprechend zu teilen. Demnach dürfen sich die Geehrten über jeweils 900 Euro freuen.

Die erste Auszeichnung von Menschen mit Zivilcourage im Kreis fand im Jahr 2003 statt. In diesem Jahr erfolgte die Preisverleihung zum siebenten Mal.

Aus den Händen von Dahme-Spreewalds Landrat, Stephan Loge, erhielt Mike Albrecht, die mit einem Preisgeld in Höhe von 900 Euro verbundene Auszeichnung. Foto: privat

 

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