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Wettbewerbsgebiet Schönefeld-Nord: Noch viele offene Fragen

Die Eigentümer und Anwohnenden des Wettbewerbsgebiets im Schönefelder Norden haben zur geplanten Entwicklung des Wohnquartiers entlang der Hans-Grade-Allee noch weiter viele Fragen. Das zeigte sich beim jüngsten Entwicklungsausschuss der Gemeinde Schönefeld, an dem erneut einige Bewohner*innen zugegen waren, um die aktuellsten Entscheidungen live zu verfolgen. Einige nutzten wiederholt die Möglichkeit, in der Einwohnerfragestunde ihre Einwände und Gedanken vorzutragen. Vor allem umtreibt sie die Sorge, ihre Grundstücke an die Gemeinde verlieren zu können, wenn diese von ihrem in der letzten Gemeindevertretersitzung beschlossenen Vorkaufsrecht Gebrauch macht oder aber die geplante Entwicklungsmaßnahme für den Schönefelder Norden beschließt.

Wie der Stadtplaner und Vorsitzende der Jury des vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs in der Sitzung ausführte, könne die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht jedoch nur bei beabsichtigten Grundstücksverkäufen geltend machen. Zudem sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch keinesfalls gesichert, dass es zu einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme kommt. In der dafür vorgesehenen vorbereitenden Untersuchung, die auch erst noch durch die Gemeindevertretung beschlossen werden muss, würde geklärt, ob eine solche Maßnahme für das Wettbewerbsgebiet sinnvoll ist und unter welchen Voraussetzungen. Dazu würden mit allen Eigentümern Gespräche geführt, um in Erfahrung zu bringen, was diese wollen und inwieweit die Planungen der Gemeinde von ihnen mitgetragen werden können. Die Gemeinde werde aber niemanden vertreiben, der dort bereits wohnt und andere Pläne für sein Grundstück hat, versicherte Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel. Um die drängendsten Fragen zu klären, wurden bereits erste Gespräche mit den Eigentümern terminiert.

Offenlage für Planstraße wird vorbereitet

In der gleichen Sitzung beschäftigte sich der Entwicklungsausschuss mit dem Planungsstand für die Erschließungsachse des Wettbewerbsgebiets, die Planstraße E. Die Aufstellung des Bebauungsplanes für die Planstraße, unter der einmal die Hochspannungsleitung verlegt werden soll, war bereits im Dezember 2021 durch die Gemeindevertretung beschlossen worden. Aktuell bereitet das beauftragte Planungsbüro die Offenlage vor. Die Zeit drängt, da der Landkreis Dahme-Spreewald plant, auf einem in dem Wettbewerbsgebiet unterhalb der Planstraße gelegenen Grundstück ein 3-geschossiges Gymnasium nebst Sporthalle zu errichten und dieses auch dringend benötigt. Dem zügigen Planungsfortschritt stehen jedoch aktuelle Erkenntnisse entgegen, die ein schnelles Voranschreiten verhindern könnten. Unter anderem war bekannt geworden, dass sich im Bereich des Grundstücks ein Bodendenkmal befindet. So werden dort Trümmerreste eines ehemaligen Zwangsarbeiterlagers der Henschel Flugzeugwerke vermutet. Wie Ortsplaner Thomas Jansen in der Ausschusssitzung erklärte, sei dafür aber bereits eine Lösung gefunden. In Übereinstimmung mit den Denkmalschutzbehörden könne dort gegraben und gebaut werden. Der Landkreis habe aber sicherzustellen, dass der Fundort des ehemaligen Arbeitslagers dokumentiert und auf dem Schulgelände entsprechend gewürdigt werde.

Größeres Kopfzerbrechen bereite die inzwischen bestätigte Annahme, dass das Gebiet um das Bodendenkmal hoch kampfmittelbelastet sein könnte. Bevor die Gemeinde die Flächen für die weitere Entwicklung freigeben kann, müsse das genaue Ausmaß der Belastung geklärt werden. Dazu soll nun zeitnah ein Gutachten beauftragt werden, hieß es.

Parallel laufen die Vorbereitungen für die geplante unterirdische Trassenverlegung, die nach derzeitigem Planungsstand des Projektträgers in Teilen einen anderen Verlauf nimmt, als bisher vorgesehen. So etwa im Bereich des westlichen Endes an der Rudower Straße. Auch östlich sind hinsichtlich des Standorts des Übergabegebäudes noch Fragen zu klären. Aufgrund seiner Nähe zur Hochspannungsleitung, die aktuell das Wettbewerbs- und Entwicklungsgebiet quert, könne das Gymnasium aber erst in Betrieb gehen, wenn die oberirdisch verlaufende 220-kV-Leitung abgeschaltet ist, so Jansen. Nach dem Schulentwicklungsplan wird das Gymnasium bereits im Jahr 2025/26 benötigt. Ortsplaner Jansen rechnet damit, Planentwurf und Begründung zum Bebauungsplan im Frühjahr kommenden Jahres vorlegen zu können. Um Zeit zu sparen schlug er vor, die formelle Beteiligung der Öffentlichkeit dann ohne nochmalige Gremienbeteiligung und Gemeindevertreterbeschluss durchzuführen. Die Mitglieder des Entwicklungsausschusses folgten dem Vorschlag, der aber auch noch von der Gemeindevertretung abgesegnet werden muss.

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