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Trockenheit und Laub begünstigen Fischsterben im Nottekanal

Im Nottekanal stromunterhalb der Schleuse in Königs Wusterhausen wurden am Montag viele Fische beobachtet, die an der Wasseroberfläche nach Sauerstoff schnappten oder bereits gestorben sind.

Wie das Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald mitteilt, könne die geäußerte Vermutung, dass eingeleitetes Abwasser die Ursache sein könnte, ausgeschlossen werden. In den Nottekanal wird lediglich Niederschlagswasser von Dach- und Verkehrsflächen eingeleitet. Das Stadtgebiet ist mit Schmutzwasserkanälen komplett erschlossen.

Vielmehr könne das Wetter der zurückliegenden Jahre das Fischsterben begünstigt haben. In den letzten vier warmen und zum Teil trockenen Jahren wurde infolge der erhöhten Verdunstung wenig Grundwasser neu gebildet. Die Gewässer werden weniger aus dem Grundwasser gespeist, was dazu geführt hat, dass sich der Abfluss deutlich verringert hat. Zeitweise kommt das Wasser zum „Stehen“.

Der Nottekanal wurde vor über 160 Jahren als Wasserstraße für den Ziegeltransport kanalisiert und eingestaut. Ursprünglich war es ein kleines, mäandrierendes Fließ. Dieser Ausbau verstärkt genannte Probleme und es kommt zusätzlich zur Verschlammung, also der Akkumulation der organischen Sedimente, heißt es seitens der Behörde.

Durch den verminderten Grundwasserzufluss erhöhen sich die Nährstoffgehalte im Wasser, das Gewässer „dickt“ ein. Auf dem Nottekanal hat sich aufgrund des hohen Nährstoffangebotes in Verbindung mit viel Sonnenschein die Wasserlinse („Entengrütze“) ausgebreitet. In einem Bereich von mehreren Hundert Metern stromauf der Schleuse ist die Wasseroberfläche komplett mit Wasserlinse bedeckt. Dazu kommt der kräftige Laubfall in den letzten Tagen, der Nottekanal ist am Ufer beidseitig mit großen Laubbäumen bestanden. Zudem gab es in den letzten Tagen kaum Regen. Weitere  Nährstoffeinträge resultierten aus der Fütterung der sich im Kanal unterhalb der Schleuse aufhaltenden Enten. 

All diese Faktoren führten dazu, dass im Nottekanal das Wasser vor der Schleuse praktisch frei von Sauerstoff und die organische Masse zu faulen beginnt. Es bildet sich Schwefelwasserstoff, das Wasser wird milchig-grau bis schwarz und riecht faulig.

Eine vergleichbare Situation am Nottekanal bestand im November 2021.

Auch damals waren erhebliche Geruchsbelästigungen und Sauerstoffknappheit zu verzeichnen.

Die aktuelle Situation wird weiter beobachtet. Es wurden Fische händisch durch den Gewässerunterhaltungsverband abgesammelt, einen Teil holen sich auch die Möwen.

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