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Nutzung des Bayangol-Parks: Lösungsuche dauert an

 

 

 

 

 

 

Die künftige Nutzung des Bayangol-Parks im Schönefelder Norden bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Im jüngsten Bauausschuss beschäftigten sich die Mitglieder erneut mit der für die Astrid-Lindgren-Grundschule geschaffenen Interimslösung. Wie berichtet dürfen Hort- und Schulkinder aktuell einen an das Schulhofgelände angrenzenden Teil des Parks zwischen Hans-Grade-Allee und Theodor-Fontane-Allee als Pausen- und Spielfläche nutzen. Hintergrund ist ein akuter Platzmangel auf dem Schulhofgelände, der insbesondere durch den Erweiterungsbau und die aktuellen Bauarbeiten an den Außenanlagen entstanden ist. Da aus Sicht der Schule der Platz auch langfristig nicht ausreichen wird, um die steigenden Bedarfe zu decken, streben Schulleitung und Elternvertreter eine dauerhafte Nutzung des derzeit zur Verfügung gestellten Areals an. Bauverwaltung und Ausschussmitglieder lehnen das allerdings mehrheitlich ab.

Wie Schönefelds Baudezernentin Kathrin Sczepan in der Sitzung ausführte, sei es mehr als problematisch, die Fläche der Schule zuzuschlagen. Dagegen sprächen mehrere Punkte: Zum einen sei der Bayangolpark im Bebauungsplan als öffentliche Grünfläche festgesetzt. Um sie für die Schule nutzbar zu machen, müsste ein Planänderungsverfahren eingeleitet werden, was nicht kurzfristig zu bewerkstelligen sei. Zudem würden sich die Abstandsflächen zu den neu entstehenden Wohnbauten weiter verringern. Dies sei aus Sicht des Lärmschutzes problematisch. Darüber hinaus befänden sich unter dem öffentlich gewidmeten Weg Regenwasserleitungen, Beleuchtungskabel und mögliche weitere Leitungen, die öffentlich zugänglich bleiben und gegebenenfalls verlegt werden müssten. Hinzu kommt, dass die Versorgung der Einwohner im Ortsteil Schönefeld mit öffentlichem Grün ohnehin zu wünschen übriglässt, und durch die Abzweigung des Bayangol-Parks zusätzlich dauerhaft eingeschränkt würde. Dies sei vor dem Hintergrund, dass noch weitere Wohnungen entstehen und der Zuzug anhält, kaum zu verantworten.

Ähnlich äußerten sich auch die Ausschussmitglieder. Es sei bedauerlich, dass es für den Schulbetrieb derzeit keine optimalen Bedingungen gäbe, aber es stünden leider nicht mehr Flächen zur Verfügung, sagte etwa Wolfgang Katzer (Die Linke). Es müssten andere Lösungen gesucht und die Zahl der Kinder in den Einrichtungen vor Ort mittelfristig gesenkt werden. In diese Richtung argumentierte auch Robert Rust (Alle für Eine). „Wir brauchen dringend neue Möglichkeiten, um die Enge vor Ort aufzulösen“, sagte er. Einen Eingriff in den Park befürworte er nicht. Damit teilt er nicht zuletzt die Meinung des Schönefelder Ortsbeirats, der sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und eine dauerhafte Nutzung des Parkabschnitts durch die Schule abgelehnt hatte.

Rein rechnerisch stünde Hort und Schule nach umgesetzter Neugestaltung der Außenflächen ausreichend Platz zur Verfügung. Der Bedarf an Spielfläche errechnet sich nach einem festgesetzten Schlüssel, der für Hortkinder 10 Quadratmeter pro Kind, für Schulkinder der 5. und 6. Klasse 6,5 Quadratmeter pro Kind beträgt. Gemessen an den aktuellen Hort- und Schülerzahlen steht unter dem Strich derzeit ein Plus an Spielfläche von mehr als 1.600 Quadratmetern. Allerdings ist darin auch der Sportplatz einberechnet, der sich aktuell noch im Bau befindet. Der neue Kunstrasenplatz soll später sowohl für den Sportbetrieb als auch in den Pausen und nach Schulschluss durch die Hortkinder genutzt werden können. Das wird nach derzeitigen Planungen im Mai kommenden Jahres soweit sein. Der Erweiterungsbau ist bereits fertigstellt und soll im Februar bezogen werden. Schulvertreter bemängelten, dass die Rechnung nicht praxisgerecht sei. So sei anzunehmen, dass der Sportplatz hauptsächlich zum Fußballspielen genutzt werde und damit nur eingeschränkt zur Verfügung stünde. Auch gäbe es zu viele kleine Spielflächen, die der separaten Aufsicht bedürfen. Dafür hätte die Schule aber kein entsprechendes Personal. Schönefelds Baudezernentin verwies auf die begrenzten Möglichkeiten vor Ort. In der Vergangenheit versäumte oder unterlassene Grundstückskäufe könnten kaum nachgeholt werden, erklärt sie. In Folge der Umsetzung des aktuell laufenden Ideenwettbewerbs für den Schönefelder Norden würden aber zukünftig neue Sport- und Spielflächen in näherer Umgebung entstehen.

Kai Maschmann (BIS) sprach sich dafür aus, im Sinne der Kinder zumindest für die nächsten ein bis zwei Jahre eine Interimslösung zu suchen. Er hofft, dass sich durch den Neubau des Gymnasiums durch den Landkreis die Situation etwas entspannt. Dann würde der Gemeinde mit dem derzeitigen Gymnasium in der Pestalozzistraße ein zusätzliches Gebäude zur Verfügung stehen.

Der Bauausschuss sprach sich dafür aus, das Thema zur weiteren Diskussion in den Bildungs- und Sozialausschuss zu geben. Dort soll auch geprüft werden, inwieweit vorübergehend gegebenenfalls eine Doppelnutzung des Bayangolparks durch Schule und Bewohner möglich ist.                                                                                                       

 


07.06.2021

Schulanbau in Schönefeld: Bezug nicht vor Herbst

 

 

 

 

 

Der Rohbau ist fast fertig. Wegen Lieferengpässen verzögert sich die Übergabe des Schul-Modulbaus für die Astrid-Lindgren-Grundschule jedoch. 

Der Erweiterungsbau auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Grundschule an der Hans-Grade-Allee nimmt mehr und mehr Gestalt an. Allerdings: Die optimistische Prognose, die neuen Klassenräume bereits Ende August von den Baufirmen übernehmen und dann gestalten und beziehen zu können, wird sich nicht erfüllen. Wegen Corona-Erkrankungen unter den Bauleuten sind die Fassadenarbeiten ins Stocken geraten, auch gibt es massive Lieferschwierigkeiten bei Fliesen und Heizkörpern. Im Moment geht die Gemeindeverwaltung davon aus, den Schulerweiterungsbau frühestens nach den Herbstferien Mitte Oktober in Betrieb nehmen zu können.

Wie berichtet hatte die Schönefelder Gemeindevertretung im Herbst 2019 beschlossen, zwischen Turnhalle und Sportplatz einen Modulbau zu errichten, um kurzfristig mehr Kapazitäten zu schaffen. Aktuell sind die 18 vorhandenen Klassenräume voll ausgelastet. Probleme bereitet der wachsende Zuzug. In dem dreistöckigen Containerbau werden 10 zusätzliche Klassenräume, fünf Differenzial- als auch Aufenthalts- und Lagerräume geschaffen. Ebenso werden Garderoben und Toiletten integriert.

Neue Gestaltungsideen für Schulhof-Gelände

Daneben konkretisieren sich die Planungen für die Neugestaltung der Spiel- und Pausenflächen rund um die Gebäude. Erste Gestaltungsideen hatten sich durch die Entscheidung für den Modulbau zerschlagen und mussten entsprechend überarbeitet und angepasst werden. Im Bauausschuss Anfang Juni hatte Bernd Kusserow von der beauftragten Firma Kuula erste Ideen präsentiert. Danach soll insbesondere die zwischen Neubau und Sporthalle gelegene Sandspielfläche erneuert werden. Rund um die Arena, die erhalten bleibt, sollen neue Spielflächen entstehen. Der Sportplatz wird barrierefrei angebunden, die Fahrradstellplätze – so der Plan- von West nach Süd an die Hans-Grade-Allee verlegt. Der in die Jahre gekommene Sportplatz wird ertüchtigt, bleibt aber im wesentlichen erhalten. Der Rasen wird gegen einen Kunstrasen getauscht. Zudem sollen für das hinzukommende Personal im Seitenbereich der Schule bis zu 12 neue Parkplätze angelegt werden.

Die größte Herausforderung bleibt die optimale Nutzung der verfügbaren Flächen. Für die Nutzungszulassung der Außenanlagen muss gerechnet auf die Anzahl der vor Ort betreuten Kinder eine gewisse Spielfläche nachgewiesen werden. Pro Kita-Kind sind dies 10 Quadratmeter. Da die neugebaute Einrichtung jedoch nicht selbst über eine ausreichend große Außenfläche verfügt, müssen Kita- und Schulkinder Flächen der Grundschule gemeinsam nutzen. Der Flächenbedarf liege nach Angaben des Planungsbüros bei rund 5200 Quadratmetern. Die gegenwärtige Planung weise ein Plus von rund 500 Quadratmeter aus.

Aktuell sind einige der Spielflächen jedoch wegen der Bauarbeiten auf dem Schulgelände nicht nutzbar. Temporär dürfen die Kinder der Einrichtungen deshalb Teile des sich an das Schul- und Kita-Gelände angrenzenden Bayangol-Parks nutzen. Die Grundstücksfläche wurde entsprechend erweitert und eingezäunt.

Diskussion um Nutzung des Bayangol-Parks

Um dauerhaft mehr Fläche für die Hort- und Kita-Kinder zu schaffen, hatten Schule und Verwaltung überlegt, ob die derzeit vom Bayangol-Park abgezwackte Fläche auch nach Beendigung der Bauarbeiten auf dem Schulhof den Kindern zur Verfügung gestellt werden kann. Im Bauausschuss wurden vier verschiedene Varianten vorgestellt, die von der Freigabe eines kleinen Teilabschnitts des Parks bis hin zu gesamten Fläche entlang des Fußweges zwischen Hans-Grade- und Theodor-Fontane-Allee reichen. Die Mitglieder des Bauausschusses äußerten sich jedoch verhalten zu der Idee. „Wir sind dabei, in Schönefeld-Nord alles Schöne kleinzubügeln“, kritisierte etwa Sabine Freund (Bündnis 90/Die Grünen). Sie warb dafür, die Lehrerparkplätze zu überdenken und stattdessen dort weitere Spielflächen zu schaffen. Zudem sprach sie sich dafür aus, künftig mehrere kleine Kitas zu bauen und das Kita-Gebäude später der Schule zuzuschlagen. Ähnlich argumentierte Robert Rust (Alle für Eine). Um mehr Platz zu schaffen, rät er dazu, an anderer Stelle ein neues Schulgebäude zu bauen. Wolfgang Katzer (Die Linke) äußerte Verständnis für die Situation, bat aber ebenso darum, an der Parksituation nichts zu verändern. „Auch die Leute, die vor Ort wohnen, brauchen Räume, wo sie sich aufhalten können“, argumentierte er.

Die Verwaltung nahm die Anregungen und Hinweise auf und wird nun im Weiteren überlegen und prüfen, wie das Optimum an Fläche unter Berücksichtigung aller Wünsche herausgeholt werden kann. 

Die Schule hofft, die ihr derzeit zugeschlagene Fläche des Bayangolparks links neben dem Schulgebäude dauerhaft nutzen zu können. Fotos: sos                                                                                                           

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Kommentar von Christian Döring |

Hallo,

ich finde es immer nur erstaunlich, das man im nachhinein immer irgendwelche Lösungen suchen muss. Wer eins und eins zusammen zählen kann, müsste von vornherein eins festgestellt haben. Mehr Wohnungen, somit mehr Einwohner und daraus resultierend ggf. mehr Schulkinder. Ich hätte schon 2015 sagen können, dass die Grundschule zu klein ist, was an Neubauten geplant war. Kann ja sein, das für entsprechende Personen dieses im Rathaus ganz überraschend kommt, das Eltern mit ihren Kinder nach Schönefeld ziehen, sowie das Weihnachten immer am 24.12. ist. Ganz überraschend. Warum musste neben der Schule, Wohnungen entstehen? Warum hätte man dieses Gelände nicht als Erweiterungsfläche für die Grundschule nehmen können. Ach ne, da verdient ja die Gemeinde nichts dran, sind ja nur Kosten.
Und ich bezweifle, dass die Berechnung korrekt ist, wenn man so die Nebenflächen, Fahrradständer, Turnhalle etc. abzieht kommt bestimmt was anderes heraus. Aber kein Problem, sind ja nur unsere Kinder. Vielleicht sollte man noch mehr Gelder, für irgendwelche Berater oder Konsulting Firma rausschmeißen, die haben es voll drauf.

Zum Thema Hort kann ich auch noch ein paar Dinge sagen. Bei einer großen Fensterfront wie im Hort, kann es durch aus im Sommer sein, wenn man keinen Sonnenschutz vorsieht, das es sehr warm in den Räumen wird. Wer hätte das gedacht, wer war wohl hier der Bauherr. Und zur Not ruft man die Eltern an und bittet sie die Kinder aus dem Hort abzuholen, weil die Raumtemperatur schon 45 Grad hat. Ist natürlich die günstigste Variante, da ja die Eltern auch nicht arbeiten gehen und jeden Tag zu Hause sitzen. Nee da werden extra Fächer für Schulranzen geplant, bloß passen keine rein.

Plant doch einfach mal irgendetwas vernünftig im Rathaus, ob es nun Parkplätze sind oder öffentliche Einrichtungen. Zur Not einfach mal vom Schreibtisch weg kommen und sich mit den Leuten draußen unterhalten. Und nicht erhaben über die Einwohner urteilen. Es gibt noch soviele Dinge, aber man stößt bei den Leuten im Rathaus eh auf Ignoranz und Arroganz.