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Schönefeld: Mit gesteuertem Wachstum zum lebenswerten Wohnen

Als einer der wenigen Ortsteile der Gemeinde besitzt Schönefeld trotz der Flughafennähe ein enormes Wachstumspotenzial – insbesondere im Schönefelder Norden. Mit einer rund 170 Hektar großen Fläche, die in den kommenden Jahren noch bebaut werden könnte, sieht sich die Gemeinde in einer deutschlandweit wohl einmaligen Situation. Kein Wunder also, dass sich das letzte Ortsteilgespräch im Rahmen der Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK vor allem jenen Fragen widmete, die in direktem Zusammenhang mit der potenziellen Entwicklung in dem Ortsteil stehen. 

Schönefeld schickt sich an, Großziethen als größten Ortsteil abzulösen, erklärte Bürgermeister Christian Hentschel in seiner Einleitung. Mehrere Tausend neue Wohneinheiten könnten auf der Potenzialfläche entstehen. Aufgabe der Gemeinde sei es nun, die Entwicklung auf den Flächen, auf denen zum Teil bereits Baurecht besteht, zu ordnen und entsprechend der Wünsche der Gemeinde und Bewohner*innen zu lenken. Dazu hat die Verwaltung bereits einen Städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt, der mit Wochenbeginn in die zweite Phase getreten ist. Das dafür eingesetzte Preisgericht hat am Montag in einem anonymisierten Verfahren die zehn Finalteilnehmer ausgewählt, die nun darangehen werden, ihre Ideen zu konkretisieren.

Die mit dem INSEK beauftragten Stadtplaner sehen in Schönefeld künftig das urbane Zentrum der Gemeinde. Was es beinhalten könnte, soll ein City-Konzept klären, das neben dem künftigen Wohnraum, soziale Bildungs- und Kultureinrichtungen, Einzelhandel, Gastronomie, medizinische Versorgung als auch Grün- und Erholungsflächen einbezieht. Dabei sollen nicht nur künftige Bedarfe berücksichtigt werden, sondern auch Versäumnisse der Vergangenheit aufgeholt werden. Nach wie vor gäbe es in Schönefeld keine Geschäfte, keine Apotheke, nicht einmal einen Frisör, bemängelten die Bewohner*innen in der Videokonferenz. Im an der Hans-Grade-Allee gelegenen Dienstleistungszentrum seien zwar schon seit längerem ein Bäcker und Restaurant geplant, doch ließen diese auf sich warten. Wie Bürgermeister Christian Hentschel in einem Gespräch mit dem Verwalter erfuhr, soll es nun aber vorwärtsgehen. In wenigen Wochen, erklärte der Bürgermeister gestern Abend, sei die langersehnte Eröffnung geplant.

Insbesondere im Bereich der Apotheken und Drogerien rät das mit dem INSEK beauftragten Büro der Gemeinde in die Offensive zu gehen und selbst Akquise zu betreiben. Um Ansiedlungen dieser Art aber überhaupt erst zu ermöglichen, müssen in der Bauleitplanung entsprechende Festsetzungen getroffen werden.  Der Wettbewerb sei hier ein wichtiger Schritt, um die Entwicklung entsprechend anzugehen und zu planen.

Weitere drängende Probleme und Wünsche, so zeigte sich in der abschließenden Mentimeter-Umfrage der INSEK-Konferenz, sind die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes, die allerdings nicht in erster Linie in den Händen der Gemeinde liegt, die Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs, eine neue Bahnquerung als auch ein Parkraumkonzept für den Pkw-, aber auch den Lkw-Verkehr. Letzteres soll insbesondere für neue Wohnquartiere mitgedacht werden, Lösungen würden aber auch in den bereits bestehenden Wohngebieten, wie etwa in Wehrmathen, am Schwalbenweg oder auch im Dichterviertel benötigt, hieß es. Daneben wurden vor allem Erholungsflächen als auch ein qualifizierter Mietspiegel gewünscht, um die Mietpreisentwicklung in der Gemeinde zu deckeln.

Gut zu Gesicht stünde Schönefeld darüber hinaus eine Gemeindebibliothek, die neben herkömmlichen Büchern vor allem auch digitale Medien zur Ausleihe bereithalte, so Michael Steinke vom Büro SÖR. Dieser Vorschlag könnte sich mit dem Bürgerhaus im Schwalbenweg realisieren. Etwas weniger optimistisch zeigte sich der Stadtplaner bezüglich des ebenfalls im Rahmen des INSEK vorgeschlagenen Freibades. Freibäder seien für die Gemeinde ein Zuschussgeschäft. Hier sei zu überlegen, ob sich dadurch die Attraktivität der Gemeinde derart steigern lasse, dass diese Investition gerechtfertigt sei, erklärte sei. Auch sei die derzeitige Lage des Bades für eine Schwimmhalle vielleicht noch geeignet, für ein Freibad aber weniger optimal.

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