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Runway 3: Noch offene Fragen beim Lückenschluss

Der Radrundweg um den Großflughafen BER, auch bekannt unter dem Namen „Airport Runway 3“, hat aktuell noch einen ganz entscheidenden Makel. Es fehlt ihm an Geschlossenheit. Und das nicht nur bezüglich der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit der einzelnen Teilstücke. Auch die letzte Verbindung, die ihn tatsächlich zu einem echten Rundweg macht, fehlt noch. Seit einigen Jahren wird über den Bau einer Brücke diskutiert, die über die Eisenbahnschienen führen und für den gewünschten Lückenschluss sorgen soll.

Im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität der Gemeinde Schönefeld stellte Torsten Schulz, des mit der Untersuchung eines solchen Bauwerks beauftragten Büros PST gestern die aktuellsten Ergebnisse seiner Arbeit vor. Das ernüchternde Fazit: Die Fortsetzung der Planung einer separaten Radwegbrücke ist aktuell nicht empfehlenswert. Zwar würde es sich bei der geplanten Brücke um die für den Radverkehr qualitativ beste Lösung handelt. Derzeit gäbe es jedoch zu viele Risiken und Hürden, die einer schnellen Realisierung im Weg stünden. Schulz sprach von einem Realisierungshorizont von bis zu 10 Jahren, die Baukosten lägen bei geschätzten 4 bis 5 Millionen Euro.

Die in Rede stehende Brücke sollte am nördlichen Ende des „Schwarzen Weg“ westlich der Bundesautobahn A113 über die Bahntrasse führen und an das südliche Ende des Radwegs im Bereich „Berliner Chaussee“ anschließen. Allerdings liegt die Brücke im Bereich der Trasse der verlängerten Strecke der U-Bahnlinie 7, die einmal von Berlin-Rudow durch Schönefeld zum BER führen soll. Auch diese Planungen sehen derzeit eine U-Bahn-Führung über die Gleise in Hochlage vor. Hier könnte es Konflikte geben. Wann und ob das Projekt realisiert wird, ist derzeit zudem unklar. Daneben seien Abstimmungen mit der Deutschen Bahn, dem Landesbetrieb für Straßenwesen und anderer Leistungsträger nötig, die teils ebenfalls mit großen Unsicherheiten behaftet sind.

Wegen des unkalkulierbaren Risikos für diese Radwegverbindung untersuchte das Büro PST daher alternative Varianten für den Ringschluss, wie etwa die Einbindung des Radwegs in die geplante Brücke der Berliner Verkehrsbetriebe BVG für die Erweiterung der Linie U7. Mit ähnlichem Ergebnis. Auch hier ist aktuell zu vieles unklar, zudem wäre die Radwegverbindung zeitlich abhängig vom Fortgang der Trassenerweiterung und ebenfalls nicht kurzfristig realisierbar.

Brücke der Transversale als mögliche Alternative

Eine mögliche Variante sei es aus Sicht des Planungsbüros, zu warten, bis die Entlastungsstraße Transversale gebaut ist, die vom Gewerbegebiet Waltersdorf bis zum BBI Business Park führt und an den BER sowie die Autobahnen A113 und A117 anbindet. Auch diese Trasse kreuzt etwa 200 Meter östlich der A113 die Bahnstrecke und soll per Brücke über die Gleise führen. Die Planungen dafür laufen derzeit. Diese Brücke könnte für den Radverkehr auf dem „Runway 3“ mit genutzt werden, meint Schulz. Hier sieht er Realisierungschancen innerhalb von fünf Jahren, zudem sei diese Variante mit maximal zwei Millionen Euro kostengünstiger, als die anderen zwei. Allerdings schließt sie in der Qualität für den Radverkehr deutlich schlechter ab. So sei etwa eine eigene Radverkehrstrasse mit Zweirichtungsverkehr nicht möglich. Durch Mischverkehr und Straßenkreuzungen gäbe es ein erhöhtes Unfallrisiko.

In einer vierten Variante beschäftigte sich das Büro PST mit dem Ist-Zustand und der bestehenden Situation. Aktuell würde es einen Ringschluss bereits durch die Nutzung vorhandener Radverkehrsverbindungen östlich der Bundesautobahn A113 geben, die teils jedoch über die Straße führten und ebenfalls mit hohen Sicherheitsrisiken behaftet sind. Hier könnte der Bestand genutzt und durch einen teilweisen Aus- und Umbau sowie Fahrbahnmarkierungen zumindest mittelfristig eine Übergangslösung geschaffen werden, erklärte der Planer.

Die Mitglieder des Ausschusses für Klima, Umwelt und Mobilität wollten sich noch nicht auf einen der Vorschläge festlegen. Wie es mit dem Radweg weitergehe, sei Entscheidung der Politik, erklärte die Ausschussvorsitzende Sabine Freund (Bündnis 90/Die Grünen). Ein Thema, das in den Gremien noch weiter zu besprechen sei. Auf Wunsch einiger Ausschussmitglieder soll zudem auch eine Tunnellösung noch einmal näher betrachtet werden. Auch eine solche hatte das Planungsbüro PST untersucht, aufgrund der hohen Kosten von bis zu 20 Millionen Euro jedoch nicht in die Vorschlagsliste aufgenommen.  

 

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