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INSEK: Expert*innen diskutieren über Wohnbauentwicklung in der Gemeinde

Mit einem Workshop zum Thema Wohnen in Schönefeld wurde heute in der Schönefelder Feuerwache der Prozess zum Integrierten Stadt- bzw. Gemeindeentwicklungskonzept (INSEK) fortgesetzt. Im Rahmen des Workshops diskutierten Planer, Gemeindevertreter*innen, Mitarbeiter*innen der Verwaltung und geladene Expert*innen darüber, wie sich die künftige Wohnraumentwicklung in der Gemeinde qualitativ und quantitativ gestalten kann. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Förderung bezahlbaren Wohnraums, der Schaffung freiraumplanerischer Qualitäten in Neubaugebieten aber auch die, wie es nach Abschluss des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs im Schönefelder Norden weitergehen kann. Ende August wird die Jury den Sieger des Wettbewerbs küren, der dann mit dem weiteren Verfahren beauftragt wird. Allerdings: Der Wettbewerb liefert lediglich eine Grundstruktur. Wie die Ergebnisse letztlich umgesetzt werden, sei eine politische Entscheidung, erläuterte Uli Hellweg von dem Berliner Unternehmen Hellweg Urban Concept.

In dem an der Hans-Grade-Allee gelegenen Entwicklungsgebiet könnten in einigen Jahren bis zu 5000 neue Wohneinheiten für etwa 10.000 neue Bewohner*innen entstehen. Während diese Zielzahl nahezu gesetzt und alternativlos ist, muss unter anderem für Großziethen, Schönefelds derzeit noch größtem Ortsteil, die Frage nach der möglichen Wohnbebauung noch beantwortet werden. Nach Angaben von Stadtplaner Michael Steinke vom Büro SÖR, der durch den Workshop führte, hätte der Ortsteil am Rande Berlins ein ähnlich großes Entwicklungspotenzial. Werde es voll ausgeschöpft, könnten auch hier bis zu 4800 neue Wohnungen entstehen. Eile sei nach Ansicht des Stadtplaners dabei jedoch nicht gegeben, aktuell bestehe kein Entwicklungsdruck. Mittel- bis langfristig müsse sich die Gemeinde hier jedoch eine konkrete Zielzahl für den Einwohnerzuwachs überlegen, die sich vor allem an den eigenen Bedarfen orientiert.

Bereits die vorangegangenen Diskussionen zur Gemeindeentwicklung anlässlich des INSEK hätten gezeigt, dass teilräumlich sehr verschiedene Voraussetzungen, Erwartungen und Befürchtungen in der Gemeinde bestehen: Während sich der Wohnungsbau in Größenordnung aufgrund landesplanerischer Vorgaben ausschließlich auf die Ortsteile Schönefeld und Großziethen konzentriert, bestehen gerade hier Befürchtungen, von entsprechenden Vorhaben überprägt zu werden. In anderen Ortsteilen ist eine wohnbauliche Entwicklung nur eingeschränkt möglich. Aber auch hier ist die Zukunft des Wohnens angesichts heranrückender gewerblicher Nutzungen des Flughafens zu diskutieren, so Steinke.

Der Workshop diente somit dazu, Qualitäten und Quantitäten für zukünftige Wohnbaustandorte in der Gemeinde herauszuarbeiten und festzuhalten, aber auch die weitere Planung auf den verschiedenen Ebenen der Bauleitplanung vorzubereiten. Diskutiert wurde dabei auch, welcher boden- und planungsrechtlichen Instrumente sich die Gemeinde bei der Steuerung der Wohnbauentwicklung letztlich bedienen kann. Auch hier gab der Workshop wichtige Impulse. Vorgestellt und diskutiert wurde so etwa der Entwurf eines Baulandmodells zur sozialgerechten Baulandentwicklung in der Gemeinde. Für das Wettbewerbsgebiet im Schönefelder Norden wurde daneben eine Neuordnung im Rahmen einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) angeregt. Ob dies eine mögliche Option ist, soll im Weiteren unter Zuhilfenahme von fachlicher Expertise geprüft werden.

Die Ergebnisse des Workshops werden in das INSEK aufgenommen, das damit kurz vor dem Abschluss steht. Der Bericht werde noch im Sommer der Verwaltung übergeben, für den Herbst ist eine abschließende öffentliche Bürgerversammlung geplant.             

Gemeindevertreter*innen und Verwaltung diskutierten mit Expert*innen im Rahmen des INSEK über Qualität und Quantität der Wohnbebauung in Schönefeld. Foto: sos

 

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