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Grünstrom aus Selchow: Entwicklungsausschuss stimmt für Solarpark

Mit einem einstimmigen Votum hat der Entwicklungsausschuss der Gemeinde Schönefeld gestern Abend Plänen für eine Agri-Photovoltaikanlage im Schönefelder Ortsteil Selchow zugestimmt. Folgt auch die Gemeindevertretung am 22. September 2021 dieser Entscheidung, wird die Gemeinde das notwendige Verfahren mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes anschieben.

Der Vorsitzende des Entwicklungsausschusses Olaf Damm sprach von einem „Leuchtturmprojekt“. Allerdings sind auf dem Weg bis zur Umsetzung noch einige Hürden durch den Projektträger zu nehmen. Die Fläche, auf der die Anlage entstehen soll, grenzt unmittelbar an den Flughafenzaun der südlichen Start- und Landebahn. Im Verfahren seien daher noch viele sicherheitsrelevante Fragen zu klären. Neben dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) muss auch die Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) zustimmen. So dürfe etwa von den geplanten Solar-Panelen keine Blendwirkung für die Flugzeuge ausgehen. Inwieweit dies so ist, werde im Rahmen der Genehmigung geprüft.

76 Hektar ist die Fläche zwischen Selchow und Waltersdorf groß, auf der die Elysium Solar in Kooperation mit den Berliner Stadtgütern den Solarpark errichten will. Zurzeit wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Dort wird aktuell Mais angebaut, der jedoch viele Vögel anzieht und diesen als Nahrungsquelle dient. Diese wiederum bilden eine Gefahr für den Flugverkehr. Der Solarpark könnte dazu beitragen, den Vogelschlag zu reduzieren, ohne dass auf die landwirtschaftliche Nutzung gänzlich verzichtet werden muss. So ist geplant, 68 Hektar der Fläche weiter der Landwirtschaft oder auch Tierhaltung zur Verfügung zu stellen. Weitere acht Hektar sollen zu Blühstreifen werden. Möglich wird dies durch die Beschaffenheit der Anlage. Die Solarmodule werden auf drehbaren Tischen montiert und können vollautomatisch so programmiert werden, dass sie sich morgens nach Osten und abends nach Westen wenden. Die Tische sind 3,50 Meter hoch, so dass sich die Flächen unter und zwischen den Modulen weiter nutzen lassen. In den USA und Kanada, als auch in Afrika und auf vielen anderen Kontinenten würden nach Angaben des Projektträgers inzwischen nur noch solche Anlagen gebaut. Der Vorteil: Im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen ließe sich 25Prozent mehr Strom gewinnen, zudem könnten Naturschutz, Landwirtschaft und Stromerzeugung in Einklang gebracht werden. Statt Entweder-oder ermögliche die Agri-Photovoltaikanlage ein Sowohl-als-auch.

Insgesamt könnten 40.000 Haushalte mit dem Grünstrom aus dem Solarpark versorgt werden. Vornehmlich Gewerbebetriebe im Flughafenumfeld, aber auch Bewohner. Ihnen soll ein bestimmtes Kontingent zu vergünstigten Konditionen bereitgestellt werden. Auch die Gemeinde profitiert. Nach Angaben von Ben Schlemmermeier, Geschäftsführer der LBD Beratungsgesellschaft mbH, die für die Elysium Solar agiert, bekäme sie eine Abgabe von 100.000 Euro pro Jahr. Dies entspräche 0,2 cent/kWh. Die Standdauer der Photovoltaikanlage betrüge 30 Jahre.

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