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Ambitionierte Pläne: Wird Waßmannsdorf zum Uni-Standort?

Schon in naher Zukunft könnte sich der Schönefelder Ortsteil Waßmannsdorf zu einem modernen Innovationsstandort entwickeln. Unter dem Leitmotiv „Neue Arbeitswelten und Lebensräume“ soll auf einer Fläche östlich und westlich des S-Bahnhofs ein moderner Uni- und Bürokomplex entstehen. Das zumindest ist die Vorstellung der Firma Pecan Development GmbH und ihrer Partner. Danach soll dort ein zukunftsgerichteter Campus entstehen, auf dem sich Studenten und Firmen gegenseitig befruchten und mit einander vernetzen. Ankermieter werde nach Angaben des Investors eine private Universität sein, die sich auf den Bereich Digitalisierung und Technologie spezialisiert hat. In den darüber hinaus geplanten Büros sollen sich vornehmlich Firmen ansiedeln, die ebenfalls in der digitalen Welt zu Hause sind.

Insgesamt werden neun Gebäude entstehen - die Hochschule, ein Apartment-Hotel sowie ein Produktions- und Büro-Gebäude in einem ersten Bauabschnitt. Dieser soll bereits bis Ende 2023 realisiert sein. Daneben sind eine Parkgarage und weitere Büro-Gebäude, teils mit Coworking-Arbeitsplätzen, Veranstaltungsräumen, Einzelhandelsflächen als auch gastronomische Einrichtungen geplant, die gegebenenfalls auch für Gäste außerhalb des Campus geöffnet werden sollen. Bis zum Jahr 2027 soll der Campus vollends fertiggestellt sein.

Nachdem die Pläne zunächst dem Waßmannsdorfer Ortsbeirat vorgestellt und dort wohlwollend geprüft worden waren, stellten die Projektentwickler ihre Idee am gestrigen Abend dem Entwicklungsausschuss der Gemeinde vor. Dieser sprach sich einstimmig für die geplante Entwicklung des in Nachbarschaft des Airports Berlin-Brandenburg gelegenen Gewerbepark aus. In der Sitzung am 10. November 2021 wird abschließend die Gemeindevertretung zum Thema beraten.

Der Plan 04/93 „Gewerbepark am Airport“ ist seit Februar 1995 wirksam, eine Gewerbeentwicklung fand bis heute aber nicht statt. Damit das Unternehmen seine Vorstellungen umsetzen kann, ist es nötig, den aktuell bestehenden Bebauungsplan anzupassen. So lässt der Plan gegenwärtig keine Nutzung aus besonders sensiblen Bereichen zu. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke sind gegenwärtig vor Ort nicht erlaubt. Deshalb soll der Bebauungsplan eine Befreiung für Anlagen der Hochschule und zur beruflichen Fort- und Weiterbildung festsetzen. Eine weitere Änderung betrifft die Anzahl der zulässigen Geschossflächen. Hier schreibt der Bebauungsplan gegenwärtig maximal vier Vollgeschosse vor. Der Investor möchte das geplante Parkhaus jedoch mit 7 oder 8 Geschossen bauen. Die zulässige Gesamthöhe von derzeit etwa 24 Metern soll aber nicht überschritten werden. Auch hier müsste die Festsetzung im Bebauungsplan entsprechend angepasst werden. Der Ortsbeirat äußerte zudem den Wunsch, den Übergang vom Waßmannsdorfer Ortskern zum Gewerbegebiet fließend zu gestalten. Auch dem soll entsprochen werden.

„Wir freuen uns, dass dort Entwicklung stattfindet, wenn sie denn so stattfindet“, sagte Ortsvorsteher Michael Smolinski. Sorgen bereitet den Waßmannsdorfer aber weiter der Verkehr, den diese mit sich bringen könnte. In Parkhaus und Tiefgarage sind aktuell rund 1200 Stellplätze geplant. All die Autos müssten, gegebenenfalls auch mehrmals am Tag, durch den Ort, so der Ortsvorsteher. Er forderte ein Parkraumkonzept. Zudem soll eine gewerbliche Nutzung des Parkhauses ausgeschlossen werden. In Bezug auf mögliche Fluggäste oder Besucher des BER sei dies nach Angaben des Projektentwicklers aber schon heute der Fall. Dies sei im Grundbuch so verankert, hieß es.

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